Auftrag des Zentrums
Das Gesetz besagt Folgendes (freie deutsche Übersetzung): „Das Zentrum hat den Auftrag, die Chancengleichheit zu fördern und jede Form von Diskriminierung, Ausgrenzung, Einschränkung oder Bevorzugung aufgrund von sogenannter Rasse, Hautfarbe, Abstammung, nationaler oder ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Personenstand, Geburt, Vermögen, Alter, Glauben oder Weltanschauung, aktuellem oder künftigem Gesundheitszustand, Behinderung oder körperlichen Merkmalen zu bekämpfen.“
„Das Zentrum hat überdies den Auftrag, über die Achtung der Grundrechte von Ausländern zu wachen und die Regierung über Art und Umfang der Migrationsströme zu informieren. Des Weiteren hat es den Auftrag, die Konzertierung und den Dialog zwischen allen öffentlichen und privaten Akteuren zu entwickeln, die an der Aufnahme- und Integrationspolitik für Zuwanderer beteiligt sind. Darüber hinaus hat das Zentrum den Auftrag, zur Bekämpfung des Menschenhandels (und Menschenschmuggels) anzuhalten.“
Die Arbeit des Zentrums gestaltet sich je nach Brennpunkt und sozialer Entwicklung anders. So entwickelte das Zentrum verschiedene Vorgehensweisen und Interventionsmethoden.
Empfangen, zuhören, weiterleiten und helfen
Kennenlernen und verstehen
Vorbeugen, informieren, sensibilisieren, weiterbilden
Stimulieren, beraten und empfehlen
Zahlreiche Partnerschaften
Empfangen, zuhören, weiterleiten und helfen
Dem Zentrum werden täglich Diskriminierungen oder Situationen zugetragen, in denen die Grundrechte von Ausländern in unserem Staatsgebiet verletzt werden. Die Gewissenhaftigkeit, mit der das Zentrum solchen Meldungen gleich vom ersten Kontakt an nachgeht, ist entscheidend für den Erfolg des weiteren Sachverlaufs.
Viele dieser Anfragen sind relativ schnell beantwortet, indem man einfach die gewünschten Informationen an die Hand gibt oder den Betreffenden an die zuständigen Behörden oder Vereinigungen weiterleitet. Andere Anfragen hingegen sind mit einem größeren Arbeitsaufwand verbunden, beispielsweise im Fall von rassistischen oder menschenverachtenden Angriffen, Konflikten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Diskriminierung bei der Vermietung einer Wohnung, rassistischen Äußerungen, Anstiftung zum Hass im Internet u.a.m. In solchen Situationen greifen die Mitarbeiter des Zentrums aktiv ein und bieten den Opfern eine konkrete Begleitung an.
Hass und Diskriminierung sind ein Fehlverhalten. Wer seinen Hass abbaut, kann gesellschaftliche Beziehungen wiederherstellen, auch wenn sie vorübergehend zerrüttet waren. Daher setzt das Zentrum allem voran auf Dialog, Verhandlung, Versöhnung und Vermittlung.
Kennenlernen und verstehen
In Belgien sind mehrere Organisationen damit beschäftigt, Phänomene wie Migration, Diskriminierung, Missachtung der Grundrechte usw. näher zu erforschen und besser zu verstehen. Daher setzt das Zentrum auf die Zusammenarbeit mit Vereinigungen vor Ort, mit belgischen und europäischen Universitäten sowie mit Einrichtungen wie der König-Baudouin-Stiftung. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit finden Studien, Tagungen und Programme zum Informations- und Erfahrungsaustausch statt.
Vorbeugen, informieren, sensibilisieren und weiterbilden
Das Zentrum informiert Bürger und Politiker über Migration, Vielfalt und Multikultur und leistet hierzu bewusstseinsbildende Arbeit, sei es in Form von Studientagen, Aktionen vor Ort, Informationskampagnen oder Weiterbildungen für bestimmte Zielgruppen, beispielsweise in Ämtern, Unternehmen, im Wohnungswesen, in Sportvereinigungen usw.
Mit seinem Weiterbildungsangebot schlägt das Zentrum allen Amtsträgern, Polizeibeamten, privaten oder öffentlichen Ombudspersonen, Unternehmen, Schulen und Vereinigungen eine Zusammenarbeit vor, wenn es um Themen wie Diskriminierungsbekämpfung, Vielfalt und interkulturelle Kommunikation geht.
Über öffentliche Stellungnahmen sowie Veröffentlichungen in Presse und Medien sensibilisiert das Zentrum für bestimmte Brennpunktthemen.
Das Zentrum ist zudem Anlaufstelle für zahlreiche nationale und internationale Organisationen und Vereinigungen. In diesem Zusammenhang fallen dem Zentrum unterschiedlichste Aufgaben zu, die eine Brücke zwischen theoretischer Sachkenntnis und pragmatischer Intervention vor Ort schlagen. So wird das Zentrum beispielsweise eingeschaltet, wenn ein Gemeinderat darüber nachdenkt, das Tragen des Kopftuchs in kommunalen Verwaltungen zu erlauben oder zu verbieten, oder wenn Manager Unterstützung zur Einführung von Vielfalt in ihrer Arbeitsorganisation benötigen. Hinzu kommen Referate im Rahmen lokaler Fachtagungen, die Vertretung Belgiens auf internationaler Ebene u.a.m.
Stimulieren, beraten und empfehlen
Das Zentrum formuliert Empfehlungen für öffentliche Instanzen aller politischen Ebenen. Bei den Empfehlungen geht es in der Regel darum, die Gesetzgebung zu verbessern, Aktionspläne auszuarbeiten oder politischen Entscheidungsträgern zu einem besseren Verständnis bestimmter Neuentwicklungen (beispielsweise neue Migrationsströme) zu verhelfen. Darüber hinaus wenden sich immer häufiger föderale, regionale und gemeinschaftliche Behörden an das Zentrum, um Analysen und Beratungen zu bestimmten Sachverhalten in ihrem Zuständigkeitsbereich einzuholen.
Das Zentrum ist stets darauf bedacht, den goldenen Mittelweg zwischen den Interessen der Diskriminierungsopfer (ob Personen oder Gruppen) und einer loyalen Haltung gegenüber dem Staat zu finden. Durch die Unabhängigkeit, die dem Zentrum zugestanden wurde, ist die nötige Objektivität garantiert, um nachhaltige Vorschläge zur Förderung von Chancengleichheit und zur Achtung der Grundrechte zu formulieren.
Zahlreiche Partnerschaften
Diese vielfältigen Aufgaben könnte das Zentrum natürlich nicht wahrnehmen, wenn es in einem Elfenbeinturm säße. Seit seiner Gründung pflegt das Zentrum Partnerschaften mit unterschiedlichsten Vereinigungen: stellvertretenden Vereinigungen bestimmter Gemeinschaften und Berufsgruppen, Vereinigungen für die Integration von Zuwanderern, Vereinigungen zum Schutz der Rechte behinderter Menschen, Vereinigungen von Homo- und Transsexuellen u.a.m. Außerdem arbeitet das Zentrum mit öffentlichen und halböffentlichen Einrichtungen vor Ort zusammen: ÖSHZ, Universitätsforschungszentren, regionalen Integrationszentren usw. Durch diese permanente Zusammenarbeit geht das Zentrum die Probleme realitätsnah an, wobei eine aufschlussreiche Wechselwirkung zwischen Reflexion und Aktion entsteht.
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