Bildung
Jugendliche verbringen während ihrer Schullaufbahn durchschnittlich 15.000 Stunden auf Schulbänken. Bildung ist daher potentiell eines der wirkungsvollsten Sprungbretter hin zu mehr sozialer Partizipation von benachteiligten Menschen. Für das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung ist Chancengleichheit im Bildungswesen ein wichtiges Thema, dem konstant Aufmerksamkeit gewidmet wird. Hierzu ist das Zentrum nicht nur in verschiedenen Kommissionen und Institutionen aktiv, in denen diese Probleme besprochen werden, sondern berät darüber hinaus auch die verschiedenen Gemeinschaften und Regionen des Landes.
Dennoch sind Schulen oft ein Ort, wo Ungleichheit bewahrt wird und Scheitern allgegenwärtig ist. Dies gilt vor allem für Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Noch besorgniserregender ist allerdings, dass die Statistiken zu diesem Thema in den letzten Jahrzehnten konstant geblieben sind, obwohl Strategien entwickelt und Mittel bereitgestellt wurden. Das CEOOR (Zentrum für Chancengleichheit und den Kampf gegen Rassismus) beobachtet daher kontinuierlich die Entwicklungen in diesem Bereich: es ist in mehreren Kommissionen auf gesellschaftlicher, politischer und universitärer Ebene aktiv, in denen diese Themen diskutiert werden, und es steht öffentlichen Behörden mit Rat und Empfehlungen zur Seite.
In der französisch sprechenden Gemeinschaft und im Rahmen seiner Aufgaben hat das CEOOR in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren aus dem Bildungssektor in einigen Bereichen Maßnahmen ergriffen oder wird diese in naher Zukunft ergreifen.
Diese Maßnahmen befassen sich in erster Linie mit:
– der Ausbildung von Immigranten in weiterführenden Schulen (12-18 Jahre alt)
– dem überproportionalen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund, die an Fachschulen oder Berufsschulen verwiesen werden
– der Anerkennung ausländischer Abschlüsse
– der interkulturellen Dimension der unterrichteten Klassen
– der sozialen Mischung in Schule und Klassenzimmer
In der flämischen Gemeinschaft ist das CEOOR nicht nur Mitglied des Ausschusses für Diversität und Gleichbehandlung in der Schule („Commission on Diversity and Equal Opportunities in Education“), der sich zum Ziel gesetzt hat, Konflikte hinsichtlich Ungleichheit, Rassismus oder Diskriminierung auf positive und konstruktive Weise zu lösen, sondern auch aktives Mitglied im Ausschuss für Schülerrechte („Commission on pupils’ rights“), der die Lösung von Konflikten bei der Anmeldung an Grundschulen oder weiterführenden Schulen anstrebt. Zu anderen Bereichen, in denen das CEOOR in der flämischen Gemeinschaft tätig ist, gehören:
– Förderung der Diversität im Lehrkörper, indem Schulen ermutigt werden, eine Diversitätsstrategie zu entwickeln
– Aufgreifen des pädagogischen Aspekts der sexuellen Diversität als Thema in den Kursen
– Aufgreifen des pädagogischen Aspekts der interkulturellen Diversität als Thema in den Kursen
– Einschließende Bildung: Unterstützung von Schulen in ihrem Bemühen, auch die Aufnahme von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in Regelschulen zu gewährleisten
– Schulen ermutigen, Dolmetscher für Gebärdensprache einzusetzen
Sichtbarer Ausdruck des religiösen Glaubens
Schulen sind vermutlich der gesellschaftliche Bereich, der zur Zeit von der Frage nach dem sichtbaren Ausdruck religiösen Glaubens am meisten betroffen ist. Die Freiheit der Angestellten, ihrem Glauben sichtbar Ausdruck zu verleihen, steht im Widerstreit zu anderen wichtigen Grundsätzen: der Freiheit des Arbeitgebers in nicht-konfessionellen Schulen und der Trennung von Religion und Staat in staatlichen Schulen. Darüber hinaus können andere Grundsätze in die Debatte hineingezogen werden: es geht hier um den Umgang mit Kindern und jungen Erwachsenen, die leicht zu beeinflussen sind und deren Persönlichkeit sich gerade erst ausbildet. Entsprechend darf die pädagogische Dimension der Schulen nicht vergessen werden. Das CEOOR hat eine Website mit umfassenden Informationen zu diesem Thema entwickelt: auf Französisch unter www.diversite.be/signes und auf Niederländisch unter www.diversiteit.be/veruiterlijkingen.


